07.12.2011 00:00
Fachbereich: Sekundarstufe II
Von: A. Bode

Kunst, Kultur und Kurioses: eine Studienreise nach Venedig


Es begann ganz harmlos: Am 12. September um 20.00 Uhr stieg die Hälfte des Jahrgangs 12 der Wilhelm-Röpke-Schule KGS Schwarmstedt in einen Bus, um gemeinsam mit drei Lehrkräften die Schönheiten Venedigs zu entdecken. Noch vor Hannover gab es per Handy gute Wünsche vom Schulleiter, anschließend hieß es „Gute Nacht“ und viele wurden, nach einer kurzen Rast in Nürnberg, erst wieder am Brenner wach.

Mit jedem Kilometer Richtung Süden stieg die Außentemperatur, bis das Thermometer bei der Ankunft in Lido de Jesolo bei 39 Grad Celsius stehen blieb. Der Sommer hatte uns wieder!

Das Hotel hatte zwar nur zwei Sterne, aber einen besonders nette Art der Begrüßung (siehe Foto).

Nach einer kurzen Pause (auspacken, duschen, essen, erkunden) gab es gleich noch das erste Referat zum Thema: Wo sind wir hier eigentlich? Wir lernten einiges über den Ort, die Geographie der Adria und bekamen die Antwort auf die Frage, woher eigentlich diese blutrünstigen Mücken stammten, die spätestens bei Sonnenuntergang gnadenlos nach Touristenblut jagten.

Der nächste Tag brachte den ersten kulturellen Höhepunkt mit sich: Venedig, wir kommen! Es gab das volle Programm: Markusplatz mit Dogenpalast, Tauben- und Touristenmassen und vielen Informationen über Kunst und Kultur der Serenissima, Canale Grande mit Touristen-massen, Rialtobrücke mit vielen Geschäften und –ach ja- Touristenmassen.

Da half nur eins: abseits der bekannten Ziele ruhige, schattige Oasen in einer Stadt finden, die scheinbar alle sehen wollen. Alternativ war shoppen angesagt…

Am Ende des Tages waren alle kulturell gebildet, erschöpft und um etliche Euros ärmer.

Verona! Die Stadt, in der Shakespeare Romeo und Julia – das bekannteste und beliebteste Liebespaar aller Zeiten – leben und sterben ließ. Heute leben die Einwohner hauptsächlich von den Touristen, die sich natürlich alles ansehen müssen: Julias Elternhaus, ihr Grab, Romeos Elternhaus… Erinnert sich eigentlich irgendwer daran, dass es sich bei den beiden um fiktive Gestalten handelte? Egal, die Stadt hat außerdem noch eine antike Arena, deren Besuch sich wirklich lohnt. Und zwar nicht nur, um sich die Riesenammoniten in den Steinstufen anzusehen.

Auch an diesem Tag gab es wieder jede Menge Informationen zu den einzelnen Stätten. Die waren sogar so gut, dass jede Menge Passanten stehen blieben, um eine kostenlose Führung zu bekommen. Vielleicht hätte man am Ende jedes Vortrages mit dem Hut herumgehen sollen, ein Besuch des nächstgelegenen Schnellimbisses einer bekannten amerikanischen Kette wäre wohl dabei herausgesprungen!

Der vierte Tag brachte einen ausgedehnten Bootsauflug mit sich: die Insel Burano lockte mit bunten Häusern, pittoresken Gassen und jeder Menge Spitze. Diese wird dort nämlich in Handarbeit hergestellt und – neben jeder Menge Hongkongimport – auch verkauft.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf einer Insel, deren Namen ich vergessen habe da es dort nur ein Restaurant, eine Kirche und sonst nix außer Natur gab, landete das Boot in Murano. Dort gab es eine Einführung in die Kunst der Glasbläserei. In atemberaubender Geschwindigkeit entstand aus einem glühenden Klumpen ein Pferd, das verdächtig nach einer Werbefigur für eine italienische Nobel-Auto-Marke aussah…

Nach einer ausgiebigen Besichtigungstour endete dieser Tag in einer Karaoke-Bar, in der auch die Lehrkräfte ihre Gesangeskünste vortrugen. Unumstrittener Sieger war Herr H., wobei Fr. Dr. K. ebenfalls  eine hervorragende Figur machte. Den Auftritt von Fr. B. lassen wir besser im Dunkeln…

Jetzt hatten wir Geographie, Kunst und Kultur- was fehlt noch? Genau: Sport. Das war das Programm für den nächsten Tag: Sportübungen am Strand und im Wasser, genauestens beobachtet von jenen Touristen, die darauf achteten, dass ja niemand auf den reservierten Liegen Platz nahm. Eigentlich wollten wir – der Idee unseres netten Busfahrers folgend – alle Handtücher einsammeln und an der Rezeption als Fundstücke abgeben. Im Sinne der Völkerverständigung haben wir davon dann Abstand genommen. Es kann aber auch an der Erschöpfung nach den Übungen und Spielen gelegen haben…

Der letzte Abend brachte dann eine „einheimische“ Überraschung: Der Hotelinhaber hatte einen „echt bayrischen Oktoberfestabend“ mit Zelt, Blasmusik und allem drum und dran organisiert. Gegen 11.00 Uhr kam ein Bus voller mehr oder weniger jungen Herren aus Bayern in mehr oder weniger nüchternem Zustand an. Der Abend wurde laut und bunt, doch nachdem es gelang, einigen der Herren ihr eigenes Stockwerk zu zeigen, konnte nach einer kurzen Nacht die Heimfahrt angetreten werden.

Ein Fazit: Viel Sonne, ein warmes adriatisches Meer, annehmbares Essen und die richtige Mischung aus Kultur und Spaß, dazu eine supernette Schülertruppe – was will man mehr? Leider konnte die angedachte Verlängerung – bis Mai 2012 – nicht realisiert werden. Schade!! So müssen die Erinnerungen reichen.


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