24.04.2012 13:46
Fachbereich: Gesellschaftswissenschaften

Gedankensplitter - Ein Besuch im KZ Bergen-Belsen


Auch wenn es nicht einfach ist, sich damit auseinanderzusetzen, gehört doch das Thema „Verfolgung von Andersdenkenden im 3. Reich“ zu einem der wichtigsten im Geschichtsunterricht. Jedes Mal wieder stehen Lehrer vor der Herausforderung, die Schülerinnen und Schüler behutsam mit grausamen Fakten der Deutschen Geschichte vertraut zu machen. Eine Station auf diesem Weg ist der Besuch des Konzentrationslagers Bergen-Belsen.

Die Klassen 9H1 und 9H2 waren am 02.03.2012 da. Es begann mit der Besichtigung eines der Viehwaggons, in denen bis 1945 die Menschen zusammengepfercht über weite Strecken transportiert wurden. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Gedenksteine, die – einer jüdischen Tradition folgend – überall zu finden waren.

Im Dokumentationszentrum wurden zunächst Lebenswege von ehemaligen Häftlingen nachgezeichnet, die deutlich machten: Hier handelte es sich um ganz normale Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen in Bergen-Belsen landeten. Die anschließende Besichtigung von Bild- und Tondokumenten war für die Schülerinnen und Schüler nicht leicht zu ertragen.

Auch der Gang über das weitläufige Gelände mit den markierten Massengräbern stellte eine Herausforderung dar.

Alle Schülerinnen und Schüler haben durch ihr Verhalten und ihre Aufmerksamkeit deutlich gemacht, wie wichtig sie diesen Besuch fanden.

Wie sollte diese Erfahrung reflektiert werden? Nach einem Unterrichtsgespräch haben die Jugendlichen verschiedene Überlegungen aufgeschrieben, von denen einige hier als „Gedankensplitter“ zu finden sind.

 

 

Es war einfach mal gut, sich so etwas anzutun.

Jan

 

Ich habe mich über diese Sachen lustig gemacht…jeder sollte dort hinfahren, dann wird nicht länger darüber gelacht.

Frank

 

Manche sind traurig nach Hause gegangen.

David

 

Der Rundgang über das Gelände war richtig erschreckend, ich sehe das mit ganz anderen Augen jetzt.

Julian

 

In meinem Kopf sind jetzt Bilder, die einem wehtun…

Nils

 

Es war ein Tag mit lauter gemischten Gefühlen.

Michelle

 

Man sollte das Leben jetzt mehr schätzen, wo man weiß, wie es damals war.

Penaber

 

 

Ich schaute mir alles sehr genau an und habe gedacht: “Ein Glück lebe ich jetzt in dieser Zeit und nicht, als Menschen umgebracht wurden, nur weil sie eine andere Abstammung hatten.“

Leonie

 

Das alles hat mich sehr berührt.

Nicole

 

Mir wurde klar, wozu Menschen imstande waren, das hat mich sehr erschreckt.

Kevin

 

 

Am Anfang wollte ich die Geschichte nicht an mich heranlassen.

Jennifer

 

 

Draußen war es die Hölle, man wusste ja nicht, ob man nicht über Tote geht, das hat mich sehr mitgenommen. …ich empfehle jedem, dort einmal hinzugehen und sich Gedanken zu machen, bevor man sich über Juden lustig macht.

Baris

 

 

Für mich war dieser Anblick ein großer Schock.

Melina

 

 

Wenn man das Thema im Unterricht hat, dann würde ich jedem Klassenlehrer raten, dass man dort hinfährt.

Jana

 

 

… und die armen Kinder!

Nina

 

 

Viele neue Eindrücke … eine schreckliche Erfahrung, die nicht in Vergessenheit geraten darf!

Alexander

 

 

Im KZ Bergen Belsen habe ich neue Sachen über die Juden gelernt.

Ibrahim

 

 

Jede 9. Klasse sollte dahin fahren, da es sehr informativ ist und man wissen sollte, was damals wirklich passiert ist.

Marcel


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