Wie immer begann die Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten fulminant und musikalisch: ein Zusammenschluss aus Big Band (Leitung Vinn Rüpke), zwei Chören (Frau Weymann und Frau Bauer) und Sing-AG (Frau Dumke) trug mit der Unterstützung der Singstimmen von Herrn Breitenfeld und Herrn Kindereit kraftvoll und gekonnt einen Song vor und brachte die Mensagäste in die richtige feierliche Stimmung. Nach der Begrüßung durch Christian Biringer, der wieder mit Charme und Witz durch das Programm führte, hielt Gesamtschuldirektor Tjark Ommen als Hausherr die erste Rede. Er blickte zurück und freute sich, dass immer mehr Eltern der Wilhelm-Röpke-Schule ihre Kinder anvertrauen, ein Zeichen für beständig gute Arbeit trotz manchmal widriger Umstände. Nicht nur Wissen und Inhalte werden vermittelt, sondern im Sinne Wilhelm Röpkes auch Werte und Haltungen, selbst wenn das heute vielleicht manchmal altmodisch klingt. Ommen erläuterte die Neuinterpretation der alten Werte am Begriff Ritterlichkeit, der aus dem Mittelalter stammt, aber heute bedeute „wenn man sich für andere einsetzt und manchmal sein eigenes Interesse hinter das der anderen zurückstellt“. Stundenlanger Einsatz der Schüler:innen für Benefizkonzerte, Adventsbasare und andere Aktionen belegen, das haben sie verinnerlicht. Auch weitere Eigenschaften, die man Rittern zugesprochen hat, wie Ehrlichkeit, Treue, Mäßigung und Dankbarkeit gehören, wie Ommen weiter ausführte, zu den Tugenden, die man entgegen dem allgemeinen Zeitgeist versucht, an der Schule zu vermitteln. Ommen bedankte sich bei den Eltern, die diesen Weg unterstützt haben, und bei seinen Lehrkräften, besonders aber bei seinen Rittern Herrn Stünkel und Herrn Janßen, die sich als Gymnasialzweigleiter und Oberstufenkoordinator im Besonderen um die Abiturientinnen und Abiturienten gekümmert haben. Tosender Applaus unterbrach die Rede des Schulleiters nicht nur an dieser Stelle. Nach den guten Wünschen für die Zukunft übernahm Landrat Jens Grote das Rednerpult, bei dem sich Ommen ausdrücklich für die beständige Unterstützung der Schule bedankte. Grote gratulierte im Namen des Landkreises zum Erreichen des höchsten Schulabschlusses. Bei allem Abschiedsschmerz, weil man vertraute Abläufe und vertraute Personen verlassen müsse, sollten die jungen Schulabgänger:innen aber in erster Linie stolz auf ihre Leistungen sein. Seine Wünsche für die Zukunft drückte Grote mit einem Konfuzius-Zitat aus: Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen. Er wünschte Mut und Überzeugung, den eigenen Weg zu gehen und keine Angst vor falschen Entscheidungen zu haben. Grote endete mit den Worten: „Lassen Sie sich feiern!“ und bekam viel Applaus für seine Rede. Dem Inhalt der Rede konnte Claudia Schiesgeries sich nur anschließend, die am Vortag als Stellvertreterin des Landrats auf der Entlassungsfeier der Haupt- und Realschule war und heute den Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs vertrat. Auch sie wünschte den jungen Menschen alles Gute und empfahl nach all der Arbeit und dem Stress erst einmal eine Auszeit. Nach einem weiteren eindrucksvollen Auftritt der Big Band der Schule gab es noch eine besondere Ehrung: Daniel Leitke, seit Jahren zuverlässiger und herausragender Schlagzeuger der Big Band und der Schulband verlässt „leider“ die Schule. Musikfachleiter Marcel Kaluza bedankte sich und merkte an, dass Daniel den Rhythmus der Schule vorgegeben hat und hoffentlich für Gastauftritte immer wieder zurückfindet. Als Geschenk erhielt Daniel zur Freude des Publikums das aufgespannte Fell der Bass Drumm, das er bei einer Probe durchgetreten hatte. Tjark Ommen ging noch einen Schritt weiter, überreichte Daniel die limitierte Schultasse und bat ihn, sie nach dem Lehramtsstudium (Mathe und Physik) in fünf Jahren zu seinem ersten Tag als Lehrer wieder mitzubringen. Auch Christian Biringer dankte Daniel und allen anderen, die sich über das Normalmaß hinaus engagieren.
Im Anschluss gratulierten die Elternvertreterin Frau Hansen und Schülersprecherin Lara Nagel an diesem besonderen Tag zu den erreichten Abschlüssen. Lara bedankte sich besonders bei Anna Labrenz, die seit Jahren in der Schülervertretung auch als stellvertretende Schülersprecherin aktiv war und tolle Arbeit geleistet hat. Sie schloss mit den Worten: „Genießt den Abiball, feiert euch und feiert euren Erfolg.“
Anna Labrenz sprach dann auch mit Zoe Runge gemeinsam für den Jahrgang. „Wir haben immer im Team gearbeitet, viel erreicht und es endet mit einem Stück Papier.“ Für beide war Schule stets mehr als Unterricht; sie hätten gelernt, dass man es schaffen kann, wenn man gemeinsam arbeitet.
Als letzte Redner traten traditionell Gymnasialzweigleiter Jan Stünkel und Oberstufenkoordinator Uwe Janßen ans Rednerpult. Uwe Janßen zeigte sich stolz auf diesen kleinen, feinen Jahrgang, der nach 204 Abiturklausuren mit elfmal einer 1 vor dem Komma und viermal sogar 1,5 und besser wirklich prima abgeschnitten hat. Er hoffe, dass der Spruch „Schule für dich“ keine Floskel geblieben ist, dass sich jeder wohlgefühlt hat und neben Fachwissen auch Werte vermittelt werden konnten. Nach einem Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass alles problemlos ablief, übernahm Jan Stünkel. Er wünschte diesem besonderen Jahrgang stets den richtigen Weg und gratulierte zum Erfolg.
Den musikalischen Schlusspunkt setzte die Schulband unter der Leitung von Marcel Kaluza, der selbst am Flügel und mit einem Gitarrensolo beteiligt war. Zum letzten Mal als Schüler war Daniel Leitke am Schlagzeug; sein letzter Auftritt wurde mit den Sängerinnen Liara Stahl und Madelene Hulm, den Gitarristen Knut Buske, Julian Reimers und Jona Hafner, Timon Sauerwein und Leonhard Senkel an den Keyboards und Jona Eilers und Justus von Hahn an den Drums zu einem Gänsehautspektakel, das sicher vielen Gästen in Erinnerung bleiben wird.
Im Anschluss erfolgte die Zeugnisvergabe, wie immer nach Tutorengruppen geordnet, die Ehrung der Schüler:innen mit einer 1 vor dem Komma und die Ehrung derer, die in einzelnen Fächern großes geleistet hatten. Christian Biringer bedankte sich beim Schulassistenten Thomas Sauer und bei Gerrit, Elian, Max und Thore für die perfekte Gestaltung von Licht und Ton und schloss damit die Veranstaltung. Nach dem Abschlussfoto auf der Schultreppe gab es bei einem Empfang die Möglichkeit, sich zu freuen und auszutauschen.