Einfach mal die Klappe halten

Kurse Darstellendes Spiel begeistern das Publikum

Die Kurse Darstellendes Spiel des 13. Jahrgangs unter der Leitung von Frau Remmers und Frau Büttner hatten eingeladen, Spielszenen zur Thematik Missverständnisse, Gerüchte und die Frage, wie schnell man sich eigentlich eine Meinung über andere bildet, anzuschauen.

Die Schüler:innen, insbesondere Lara, Lea, Tarja und Melina hatten sich selbst ein Stück aus mehreren Szenen erdacht, das verschiedene Figuren zeigt, deren Wege sich immer wieder kreuzen. Dabei wird deutlich, wie sehr Worte verletzen können und wie wichtig es ist, rechtzeitig zuzuhören oder seine Klappe zu halten. Die Mensa war vollbesetzt und das Publikum bekam nachdenklich machende Tatsachen spritzig, originell und wirklich spaßig verpackt präsentiert.

So tauchte zum Beispiel Leon Formag (Nils) gleich in der ersten Szene auf und beklagte sich bei seinem Vater (Tristan), dass er zum wiederholten Mal in der Schule böse gemobbt worden war. Da auch der Vater Probleme am Arbeitsplatz hatte, hatte der sich einen neuen Job gesucht – in Bielefeld. Aus dem Publikum kam dann auch prompt der (vorbereitete) Zwischenruf: “Das gibt´s doch gar nicht!“, so dass das Publikum ein erstes Mal trotz des düsteren Szenarios herzhaft lachen musste. An der neuen Schule gab Leon vor, Formagi zu heißen und Sohn eines bekannten sizilianischen Mafiosi zu sein, was ihm zunächst großen Respekt einbrachte, insbesondere, als eine Durchsage in der Schule erfolgte, dass Leon Formag ins Sekretariat kommen soll, dort würde die Polizei auf ihn warten. Dass die Durchsage original von Doris Harries, der Schulsekretärin der KGS, gesprochen wurde, zeigt einmal mehr, wie viel Mühe sich das Ensemble mit jedem kleinen Detail gemacht hatte. Herr Formag war von einem Auto angefahren worden und im Krankenhaus, aber Leon erzählte seinen Kumpeln eine weitere Lüge davon, was die Polizei von ihm wollte. Als zum Ende des Theaterstücks durch Leons auf Lautsprecher gestelltes Handy aufflog, wer er wirklich war, brach sein Kartenhaus zusammen. Parallel dazu kam sein Vater immer wieder zum Zuge, z.B. im Wartezimmer eines Arztes, in das er nach dem Unfall mit Handstock ging und dort z.B. auch Leons Lehrerin (Emilia) traf. Die Sprechstundenhilfe (Paula) riet den Wartenden ab, den Kaffee aus dem Kaffeeautomaten zu trinken. Einer der Wartenden, Herr Medicus (Jona), verbreitete Horroszenarien, welche Vergiftungen nun die erwarten, die schon vom Kaffee getrunken hatten, und besonders die Hypochonderin (Tarja) flippte völlig aus. Die Sprechstundenhilfe wunderte sich etwas später über das Chaos im Wartezimmer und klärte auf, dass lediglich der Dauerfilter der Maschine unbedingt ausgetauscht werden müsse, der Kaffee würde einfach nicht mehr gut schmecken. Parallel dazu ging es auch um eine Influenzerin (Emilie), deren Freund (Lukas) maßlos eifersüchtig auf jeden Fan (Jakob) war und aus Rache Nacktfotos von ihr ins Netz gestellt hatte. Die Frau wurde im Anschluss noch mehr von Papparazzi (Justin und Lea) verfolgt als vorher und konnte sich nur mit der Lüge retten, dass die Bilder mit KI erzeugt worden wären. Rund um Vater Formag rankte sich eine weitere Geschichte, denn wegen eines Treffens mit Mitarbeitern seiner neuen Firma, musste ein Kollege (Tim) das Essen mit seiner Freundin (Melina) absagen, und das an ihrem Geburtstag. Sie glaubte, angeheizt von ihrer Freundin, nicht an ein Geschäftsessen am Freitagabend, sondern an eine Geliebte, und ging mit einem Verehrer (Joshua) essen. Im Restaurant gab es Streit beim Aufeinandertreffen, dann nach Aufklärung aller Missverständnisse aber zum Glück eine Versöhnung.

Das Publikum wurde hervorragend unterhalten und applaudierte kräftig, auch für die, die im Hintergrund für einen perfekten Ablauf sorgten (Levin als Bühnenbildmanager, Neele als Souffleuse, Lea und Tarja als Kostümverantwortliche, Herr Sauer mit Gerrit, Max und Thore für die Bühnentechnik, dem Catering Team des Jahrgangs, das sich um Getränke und Snacks gekümmert hatte und dem Orga-Team (Emilia, Jenny, Wilken, Mika, Nils, Tristan und Tarja).

Ein Blumenstrauß für Frau Büttner vom Ensemble und Blumen und Süßigkeiten vom Gesamtschuldirektor Tjark Ommen rundeten die gelungene Veranstaltung ab.