Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Seit 2024 besuchen die 10. Klassen die Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Von der Fachgruppe Geschichte organisiert, ermöglicht dieser außerschulische Lernort eine Begegnung mit der deutschen Vergangenheit, die auf eine andere Weise berührt, als es ein Vortrag der Lehrkraft, eine Erläuterung im Schulbuch oder ein Film je könnten.

Der Vormittag ist zweigeteilt: Zunächst führen Frau Koch, Frau Neumann und Herr Greschok jeweils eine Gruppe über das Außengelände. Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen zur Geschichte des Ortes und zu dessen Rezeption. Anschließend haben sie Gelegenheit, sich mit selbst gewählten Schwerpunkten die Ausstellung anzusehen. Mögliche Themen sind das Kriegsgefangenenlager, das Konzentrationslager mit seinen verschiedenen Phasen und Lagerbereichen, der Belsen Trial sowie das Displaced Persons Camp.

Nele Luttermann aus der 10G2 schildert die Erlebnisse eindrucksvoll aus Schülerinnensicht:

„Wir betreten das Lagergelände. Bereits in dem Moment, in dem wir durch das Tor gehen, merkt man die besondere Stimmung, die hier herrscht; die Verbrechen, die hier passiert sind, sind unvergessen. Wir schauen uns ein Modell des früheren Lagers an und übertreten die Lagergrenze. Wo heute eine Schneise im Wald ist, war früher ein Stacheldrahtzaun. Um uns herum liegen die Massengräber, welche dort zum Gedenken erhalten wurden. Ein Stück weiter ist ein großer Gedenkstein, auf dem der jüdischen Opfer gedacht wird. Darum herum stehen weitere Grabsteine, unter anderem auch einer für Anne und Margot Frank (siehe auch „Tagebuch der Anne Frank“). Einige bleiben stehen, bis wir zum Haus der Stille gelangen, einem Gebäude, welches ebenfalls zum Erinnern errichtet wurde. Schließlich gehen wir zur Gedenktafel; in mehreren Sprachen wird hier der Opfer gedacht und sich mit den Verbrechen auseinandergesetzt. Anschließend begeben wir uns in die Ausstellung, welche die Geschehnisse aufarbeitet und einordnet. Direkt am Anfang werden Videos von Überlebenden gezeigt, welche von ihrem Schicksal erzählen, den schrecklichen Dingen, die an diesem Ort passiert sind. Die Ausstellung beginnt mit dem Kriegsgefangenenlager für sowjetische Soldaten zwischen 1941 und 1943. Eigentlich möchte man sich jeden Text, jeden Namen und jede Geschichte durchlesen, aber dafür hat man nicht genug Zeit. Also gehen wir durch die Ausstellung, welche sich nun mit dem KZ Bergen-Belsen von 1943 bis 1945 beschäftigt. Die Bilder, die wir sehen, verdeutlichen den Schrecken und die Verbrechen, die hier passiert sind. Auch hier haben wir zu wenig Zeit, um jede einzelne Geschichte zu hören, welche durch die Überlebenden in Form von Videos erzählt wird, jedoch bekommen wir einen Eindruck von den Geschehnissen und lernen, was damals Schreckliches passiert ist. Zum Schluss gehen wir noch durch den Bereich, welcher das nach der Befreiung im Jahre 1945 eingerichtete Displaced Persons Camp sowie die Prozesse und Verurteilungen der Täter thematisiert. Nach dieser Tagesfahrt sitzen wir am Ende wieder im Bus, auf dem Weg zurück zur Schule. Dem einen oder der anderen gehen noch die Gedanken und Eindrücke durch den Kopf, die Bilder aus der Ausstellung oder der Gedanke an die Opfer des Nationalsozialismus und des Konzentrationszentrums Bergen-Belsen.“

Die Gruppen von Herrn Ahlswede, Herrn Greschok und Herrn Neubert