Prävention von Anfang an

neues Angebot für die 5. Klassen der KGS Schwarmstedt

Es wird immer deutlicher, dass ein vernünftiger Umgang mit Smartphone und Internet insbesondere für Kinder und Jugendlich unabdingbar ist, entwickelt sich doch in dieser Phase des Lebens das Gehirn in besonderer Intensität, wird der Grundstein für das soziale Miteinander gelegt. In Schwarmstedt hat man sehr früh präventiv gearbeitet, so z.B. in der KGS seit 2007 gemeinsam mit dem im Jahr vorher gegründeten gemeinnützigen Verein smi)ey e.V., der in allen 7. Klassen zu Gast war, um den Jugendlichen den sicheren Umgang mit dem Internet zu vermitteln. Es ging um icq und schuelerVZ; man half den Jugendlichen beim Erstellen von Passwörtern und beschwor Vorsicht beim Umgang mit dem Verschicken von Fotos. Die Thematik wandelte sich im Laufe der Zeit immer wieder, insbesondere durch die Verwendung von Smartphones. Die Mitarbeiter:innen von smi)ey haben ihre Programme immer wieder angepasst, kamen jedes Jahr mit neuen Konzepten nach Schwarmstedt. Nach einem anfänglichen vierstündigen Block in allen 7. Klasse wechselte man zu zwei je zweistündigen Workshops in den 6. und 7. Klassen, um den immer jünger werdenden Internetnutzern gerecht zu werden. Der Verein aus Hannover, der deutschlandweit Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte für einen verantwortungsvollen Umgang mit Social Media sensibilisiert, blieb aber nicht allein. Durch den Einsatz der Präventionsfachkraft Nicole Mittelstaedt wurde in der PaC (Prävention als Chance)-Gemeinde mit vielfacher finanzieller Unterstützung des Präventionsrats, des Kreispräventionsrats und weiterer Sponsoren inzwischen eine Präventionskette aufgebaut, die schon mit KiTa-Elternabenden (demnächst Eltern-Kind-Aktionstage) beginnt. Alle Grundschulleitungen vermitteln den Eltern beim ersten Elternabend, wie sie sich den Umgang mit Medien wünschen; einige geben auch eine Elternvereinbarung dazu raus. Die 3. und 4. Klassen schauen dann das Theaterstück „@Ed und ich“ zum Thema Computerspielsucht; ein dazugehöriger Elternabend vervollständigt das Angebot. Smi)ey e.V. hat dann in der 6. und 7. Klasse darauf aufgebaut, konnte aufgrund der riesigen deutschlandweiten Nachfrage zuletzt nur noch in die 6. Klassen kommen. Die Mitarbeiter:innen halten einen früheren Start ihrer Workshops nicht für sinnvoll, probieren jetzt aber einen 45 minütigen Kurs speziell zum Thema Chat-Gruppen aus, den sie zu Beginn des Schuljahrs 2026/2027 in mehr als 150 Klassen durchführen. In den 5. Klassen, in den weiterführenden Schulen, beginnt jetzt, schon durch die weiteren Schulwege, spätestens die Anschaffung von Smartphones, wollen sich die Kinder in Klassen-Chat-Gruppen vernetzen. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, führt aber leider oft zu Missverständnissen, Gruppendruck und Konflikten.

Damit die digitale Kommunikation gelingen kann, erläutern die Smi)ey-Mitarbeiter:innen den Umgang mit schwierigen Situationen. Präventiv, bevor Probleme entstehen. Natürlich könnten so etwas auch die Klassenlehrkräfte übernehmen; Fachkräfte von außerhalb erzielen jedoch eine größere Aufmerksamkeit, rücken die Bedeutung der Regeln noch stärker in den Mittelpunkt. Möglichst, bevor die Gruppen gegründet worden sind, um von Anfang an Regeln zum Beispiel zu den Nutzungszeiten festzulegen.

Geklärt wird auch, welche wichtige Aufgabe der oder die Admin/s übernehmen, was passiert mit zu vielen oder beleidigenden oder ausgrenzenden Nachrichten. In diesem Zusammenhang wird auf die Hilfe von Erwachsenen, auch auf die Nummer gegen Kummer hingewiesen. In spielerischer, dem Alter angepasster Form werden die Themen diskutiert und Fallbeispiele besprochen.

Dennis Breitenfeld hat in bewährter Form gemeinsam mit der Direktorstellvertreterin Mascha Seiberlich die Workshops so eingeteilt, dass möglichst die Klassenlehrkräfte mit dabei waren, so dass sie die Thematik bei Bedarf aufgreifen können. So verlief der Tag zur Zufriedenheit aller und man kann nur hoffen, dass dieser weitere Baustein der Präventionskette Medien langfristig erfolgreich ist.

Eltern, die sich mit der Thematik beschäftigen wollen, wird in diesem Zusammenhang der Podcast von Smi)ey e.V. empfohlen; das aktuelle Thema „Alle haben WhattsApp – nur ich nicht“ ist passgenau.

Moritz Becker, Ralf Willius, Fabienne Jusko und Janek Boeck vom Verein Smiley e.V.
mit Projektkoordinator Dennis Breitenfeld (v.l.n.r.)
Fallbeispiele werden am Tablet in Kleingruppen erarbeitet und dann der Klasse vorgestellt.