Der unvergessene Musiklehrer starb am 21.7.2026
Horst Baum kam 1964 an die Mittelpunktschule Schwarmstedt, die damals 18 Klassen und gut 500 Schüler hatte. Gerade war das erste rote Gebäude eingeweiht worden, weil die Schule nach Auflösung der umliegenden Dorfschulen „aus allen Nähten platzte“. Mit dem neuen Musikraum kam Horst Baum und damals konnte niemand ahnen, was das für die Schule bedeuten sollte. 1966 wurde die Schule nach dem verstorbenen Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Röpke benannt und 1967 kamen ein Realschulzweig und eine Sonderschulklasse dazu und folgerichtig ein weiterer roter Gebäudetrakt. 1974 erfolgt die Trennung in Grundschule, Orientierungsstufe und Haupt- und Realschule. Eine Konstante bei den vielen Veränderungen war Horst Baum, der zu der Zeit alle Klassen im Fach Musik unterrichtete, schon in den 60er Jahren einen Chor aufbaute und auch eine Blechbläsergruppe, die fast nicht zustande kam, weil der zuständige Schulrat Lungenrisse bei den Kindern befürchtete. Schulfeste im Sommer, Weihnachtsfeiern, Kantaten und Einschulungen waren die Höhepunkte im Schuljahr und viele musikalische Aktivitäten in Schwarmstedt weit über die Schule hinaus sind eng mit Horst Baum verbunden. So haben z.B. die Esseler Musikanten aus Anlass ihres 50-jährigen Jubiläums daran erinnert, dass Horst Baum sie besonders in ihrer Anfangszeit maßgeblich unterstützte und immer wieder neue Talente für die diversen Musikgruppen im Aller-Leine-Tal ausgebildet hat. Auch Johnny Groffmann hatte als Orientierungsstufenschüler Musikunterricht bei ihm, wurde Musiker und Musiklehrer und 2001 als Nachfolger eingestellt, denn der Kontakt war nie abgebrochen. Bei der eindrucksvollen Verabschiedung im Januar 2002 fasste der damalige Orientierungsstufenleiter Siegbert Thomas zusammen: „Du hast den musischen Bereich an dieser Schule geprägt.“ Alle, die an der Feier teilgenommen haben, werden nie vergessen, dass weit über hundert Kindern und Jugendlichen von der 5. bis zur 10. Klasse unter der Leitung von Uli Zerdick das Lied von den Moorsoldaten sangen, ein Lied, das sie alle in der Orientierungsstufe bei Herrn Baum gelernt hatten. Für seine Arbeit wurde Horst Baum noch im selben Jahr mit dem Kunst- und Kulturpreis der SPD ausgezeichnet.
Auch nach der Pensionierung hielt Horst Baum den Kontakt zu seiner „Bildungsanstalt“, besuchte Schul- und Kollegiumsveranstaltungen solange es seine Gesundheit erlaubte. Jetzt ist er im Alter von fast 87 Jahren verstorben. So trauert die Wilhelm-Röpke-Schule, besonders auch die ehemaligen Lehrkräfte und Schüler:innen, um einen Lehrer, an den man sich gerne erinnert, der viele musikalische Spuren hinterlässt.
Seine Trauerfeier werden die vielen Menschen, die daran teilgenommen haben, nie vergessen. Nicht nur ein Chor mit vielen Wegbegleitern hat in der Kirche gesungen, auch eine Bläsergruppe mit Mitgliedern des Posaunenchors aus seinem Heimatort Exten Hohenrode, den Herr Baum schon als Schüler mitgegründet hatte, aus dem Giltener Posaunenchor, von den PC Jazzmen und den Esseler Musikanten spielte vereint zu Ehren ihres Gründers, Mitglieds und Mentors Horst Baum in der Kirche und am Sarg auf dem Schwarmstedter Friedhof. Seine Tochter Wiebke zeichnete in bewegenden Worten das Leben von Horst Baum noch einmal nach, das ging allen Trauergästen nahe. Ein Familienmensch, ein Lehrer, ein Musiker, der unvergessen bleibt.